So entstand die Idee für Hubbi

Schreibe einen Kommentar

Wie bin ich auf die Figur Hubbi gekommen? War sie irgendwann einfach da? Wenn ich so drüber nachdenke: Eigentlich nicht. Es gab schon ein paar Voraussetzungen und Faktoren, ohne die Hubbi wohl nicht existieren würde.

Erstmal: Ich mag Krimis. Spannende, überraschende, mitreißend Krimis. Und meiner Meinung nach steht und fällt jeder gute Krimi mit dem Ermittlerteam. Wenn die Ermittler langweilig oder gewöhnlich oder schlichtweg doof sind, kann der Fall noch so interessant sein, die Geschichte zündet einfach nicht. Deshalb suche ich mir die Tatorte am Sonntag auch nach den Ermittlern aus. Das sieht dann im Hause Mester meistens so aus:

Der Mann: “Kommt heute ein Tatort? Guck doch mal.”
Ich gucke: “Jo.”
Er: “Wo?”
Ich: “Leipzig.”
Er: “Ach, mit der Thomalla? Nee, die sind scheiße.”

Kleine Anmerkung: Simone Thomalla ist nicht mehr Tatort-Kommissarin. Zum Glück!

Oder es läuft so:

Er: “Wo?”
Ich: “Münster! Boerne und Thiel!”
Er: “Super! Ich mach Popcorn!”

Ok, Popcorn gibt’s bei uns eher selten. Aber wir suchen die Tatorte nach den Ermittlerteams aus. Meine Favoriten sind übrigens Münster, Dortmund, Wien, Kiel und neuerdings Dresden.

Hubbis Vorbilder

Mich überzeugen Ermittler dann, wenn sie eine persönliche Geschichte mitbringen und eine ungewöhnliche Herangehensweise an den Fall. Da gab es für Hubbi, ich gebe es zu, auch ein paar Vorbilder. Eine meiner Lieblings-Buchreihen ist die vom Kommissar Kluftinger. Kluftinger, ein brummeliger Kommissar, will eigentlich nur seine Ruhe haben, gerät aber ungewollt immer wieder in komische Situationen. Doch sein messerscharfer Verstand, wie man so schön sagt, und sein unglaublicher Gerechtigkeitssinn treiben ihn weiter. Ich musste beim Lesen dieser Bücher schon so oft lachen und das wollte ich für Hubbi auch.

Dann gibt es da noch die Privatdetektivin und Putzfrau Karo Rutkowsky von Gesine Schulz. Die Kombination aus Privatdetektvin und Putzfrau an sich ist schon genial. Besonders, da Karo lieber Privatdetektivin wäre, aber beim Putzen viel erfolgreicher ist. Sie steckt immer in Geldnot und hat generell kein Problem damit, zu schummeln und zu tricksen, um an Informationen zu bekommen. Das war mir sofort sympathisch und deshalb wurde auch Hubbi keine Kommissarin oder Sondereinsatzermittlerin oder so, sondern im Hauptberuf Kneipenwirtin. Erfolglose Kneipenwirtin, versteht sich.

Kennst du vielleicht Danni Lowinski, die Anwältin mit dem Klapptisch im Einkaufszentrum? Lief mal bei RTL. Ich fands genial, dass Danni gerne alle Konventionen in den Wind geschossen hat, wenn es darum ging, ihren Klienten zu helfen. Außerdem gefiel mir ihre auffällige Erscheinung. Von ihr hat Hubbi ihren Klamotten- und Handtaschentick (ok, den Handtaschentick hat sie von mir…)

Mir schwebte immer eine weibliche Ermittlerin vor. Davon gibt es viel zu wenige, finde ich. Auch war klar, dass die Krimis im Sauerland spielen sollten. Natürlich, weil ich hier wohne und mich auskenne. Außerdem ist die Gegend Krimitechnisch total unterrepräsentiert. Morden im Schwarzwald oder an der Nordsee kann ja jeder, aber im Sauerland, zwischen Kühen, Wiesen und Schützenfesten?

Bier und das Sauerland

Apropos Schützenfeste: Die Sauerländer Kultur ist geprägt von Traditionen und Gerstensaft. Ja, wir trinken viel Bier. Wer etwas anderes behauptet, hat hier nicht lange genug gelebt. Kneipen findet man hier auch einige, Bier wird aber eigentlich überall und zu jeder Gelegenheit getrunken. Die ganzen Körper-Fetischisten und Clean-Eater dieser Welt wird das schockieren, aber so isses nunmal. Und deshalb ist Hubbi auch Kneipenwirtin geworden. Passt ganz wunderbar zu ihr, finde ich ;)

Das waren also meine bewussten oder unbewussten Hintergedanken, als ich mir Hubbi zusammengesponnen habe. Ich wollte einen Krimi schreiben, ich brauchte eine interessante Ermittlerin, aber dann merkte ich, dass das nicht ausreichte. Denn: Wie, zum Teufel, schreibt man einen Krimi? Einen guten, mit versteckten Hinweisen, tollen Figuren, einem spannenden Fall und unerwarteten Wendungen?

Erst nur Kurzgeschichten

Also habe ich erstmal klein angefangen und Hubbi in Kurzgeschichten ermitteln lassen. Ein paar habe ich zum Spaß und aus Neugier als Ebook angeboten, doch dann bekam ich die Möglichkeit, ihre Fälle im Komplett-Magazin zu veröffentlichen. Das ist ein Lokalmagazin hier in der Gegend, das sich größtenteils aus ehemaligen Redakteuren meiner Stammzeitung zusammensetzt, bei der ich auch gelernt habe. Die Redaktionen der Westfälischen Rundschau wurden Anfang 2013 geschlossen, kurz darauf taten sich ein paar Redakteure zusammen und gründeten ihr eigenes Magazin. Seit Anfang 2014 erscheint in jeder Ausgabe, also alle zwei Monate, eine Kurz-Hubbi in der Komplett. Das zwang mich dazu, mir regelmäßig neue Fälle auszudenken, die Hubbi lösen musste. Und dabei wurden Hubbi und ich immer besser.

Dann irgendwann traute ich es mir endlich zu, einen richtigen langen Krimi zu schreiben. Die Idee für “Kassensturz” geisterte schon lange durch meinen Kopf. Vor über einem Jahr schrieb ich bereits die erste Version der Geschichte, die mir aber nicht gefiel. Also ließ ich sie erstmal links liegen. In der Zeit las ich viele Ratgeber und Tipps von anderen Autoren, wie man Krimis schreibt, und übte weiter. Bis ich mich wieder an mein “Kassensturz”-Manuskript heranwagte. Dieses Mal lief es besser, viel besser. Das erste Mal ist eben immer das schwierigste.

Ich mag Hubbis unaufgesetzte Art. Sie will eigentlich nur sie selbst sein können, dabei aber niemandem auf den Schlips treten. Sie ist mutig und hat Humor. Manchmal wünsche ich mir, sie wäre echt und ich könnte mit ihr um die Häuser ziehen. Stattdessen schicke ich sie noch in ganz viele verzwickte Fälle und bin gespannt, was sie damit macht.

Neugierig geworden? Dann melde dich für den Newsletter an und du erhältst jeden Monat einen Hubbi-Kurzkrimi direkt in dein E-Mail-Postfach. Der erste kommt direkt nach der Anmeldung. Oder du meldest dich für Hubbis Thekenteam an und bekommst die neuesten Hubbi-Bücher geschenkt. 

 

 

 

   

 

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>